Menschenexperimente

Menschenexperimente mit künstlicher Gebärmutter

Embryonen können außerhalb des weiblichen Körpers wachsen. Dazu haben Ärzte eine künstliche Gebärmutter entwickelt.

Ärzte haben eine künstliche Gebärmutter entwickelt, in der Embryonen außerhalb des Körpers der Mutter wachsen. Die Forscher sehen darin den Durchbruch für die Behandlung kinderloser Frauen. Dies berichtet Robin McKie von der britischen Zeitung «The Observer».

Was für ein Wahnsinn bei solchen Forschungen betrieben wird, kommt nicht mehr ins öffentliche Bewusstsein. Der Prototyp für die künstliche Gebärmutter wurde aus Zellen hergestellt, die Frauen aus dem Endometrium (Zellschicht, welche die Gebärmutter auskleidet) entnommen worden waren. Die Zellen wuchsen im Labor unter der Zugabe von Hormonen und Wachstumsfaktoren auf einem Gerüst aus biologisch abbaubarem Material, das die Form einer Gebärmutter hatte. So bildete sich ein Gewebe, dem Östrogen und Nährstoffe zugesetzt wurden. Schliesslich wuchsen die Embryonen darin während sechs Tagen.

Der Embryo nistete sich in der Gebärmutter ein und wurde grösser. Nach sechs Tagen musste das Experiment auf Grund der Bestimmungen für In-vitro-Fertilisation (IVF) abgebrochen werden, das heisst die Embryonen wurden getötet.

Nun planen die Forscher, den maximal zulässigen Zeitraum für IVF von 14 Tagen auszuschöpfen. So soll überprüft werden, ob die Zellen weiter differenzieren, der Embryo Anlagen für Blutgefässe und Organe entwickelt und sich ein Mutterkuchen bildet. Und dann – dann wird der wachsende Mensch wieder getötet!

Ziel dieser Arbeit solle es sein, Frauen mit geschädigter Gebärmutter zu ermöglichen, Kinder zu bekommen.

Eine Abstossungsreaktion soll es nicht geben, da die Zellen der Mutter entnommen werden. Als nächster Schritt sind Experimente mit Mäusen und Hunden geplant. Sind diese erfolgreich, wird das Forschungsteam versuchen, das Limit der 14 Tage zu überschreiten.

Die Embryonenforschung blüht. Eine andere Methode hat der Wissenschaftler Yoshinori Kuwabara (Juntendo Universität Tokyo) entwickelt: Sein Team hat Ziegen Föten entnommen, in ein mit Fruchtwasser gefälltes Plastikbecken gegeben und auf Körpertemperatur stabilisiert. Eine Maschine pumpte Nährstoffe in das Becken hinein und beseitigte Abfallstoffe. Der Fötus blieb zehn Tage am Leben. Diese Methode soll dem Fötus bei schwierigen Schwangerschaften oder extremen Frühgeburten einen alternativen Lebensraum geben.

Beide Forschungsgruppen glauben, dass in ein paar Jahren künstliche Gebärmütter fähig sind, Embryonen für neun Monate zu versorgen. Als Vorteil wird angeführt, dass eine künstliche Gebärmutter ein sichereres Umfeld für ein heranwachsendes Lebewesen darstellt, als die natürliche, da dort Schadstoffe von der Mutter wie Alkohol und Medikamente Auswirkungen haben!

Solche Forschungen bringen die Menschen in die Nähe der schlimmsten Zukunftsvisionen, die man einst hatte – den gezüchteten Menschen. Der Griff zum Embryo begann mit der gut gemeinten Zeugung im Reagenzglas. Seither ist die Entwicklung hinein in die Widernatürlichkeit nicht mehr zu bremsen.

Rolf Honeisen

Quellen:

The Observer www.observer.co.uk

Cornell University’s Centre for Reproductive Medicine and Infertility

Universität Tokyo www.med.juntendo.ac.jp/ student/student42.html